Gemeinde Horgau

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Leben & Wohnen

St. Martins-Kirche

Kath. Pfarrkirche in Horgau

Geschichte

Horgau wird urkundlich erstmals im 12. Jh. erwähnt. Mit dem fränkischen Kirchenpatron St. Martin und der überlieferten Bezeichnung "in der Pfarrei" ist Horgau als Urpfarrei und kirchlicher Mittelpunkt für die nähere Umgebung anzunehmen. Das Patronatsrecht war zunächst bischöflich und wurde dann den jeweiligen Ortsherren überlassen. 1504 kam die Herrschaft durch Heirat an die Augsburger Patrizierfamilie von Rehlingen, die 1550 ein Schloss erbaute, das 1813 abgebrochen wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde um 1632 der Horgauer Pfarrer Maxilla von den Schweden erschlagen. Das Dorf wurde in Brand gesetzt, ausgeplündert und ein Großteil der Dorfbewohner ermordet.

Luftaufnahme Martins-Kirche
Luftaufnahme Martins-Kirche
St. Martins-Kirche
St. Martins-Kirche

Da das Archiv der Ortsherrschaft als verloren gilt und für den Kirchenbau nur wenige schriftliche Belege, vor allem aus neuerer Zeit, existieren, müssen Datierungen und Künstler für die Kirche mehrheitlich durch Stilvergleich gewonnen werden.

Das heutige Erscheinungsbild der Kirche geht im Wesentlichen auf die Bautätigkeit im 17. und 18. Jh. zurück. Am 11. Oktober 1735 wurde sie mit den Filialkirchen St. Maria Magdalena, Horgauergreut, und St. Nikolaus, Auerbach, von dem Augsburger Weihbischof Jakob von Mayr geweiht .Der Bau ist an drei Seiten vom alten Friedhof umgeben. Die Kirche besteht aus Chor, Langhaus mit zwei Emporen, Turm, Sakristei und zwei Vorzeichen. Ältester Bauteil ist der aus der zweiten Hälfte des 15. Jh. stammende Chor.

Teile der Ausstattung

Die Kirche ist reich ausgestattet mit Stuck und Fresken und den Kernstücken, dem Altar und der Kanzel. Sie wurde im Stil des Barock errichtet und in der zweiten Hälfte des 18. Jh. im Stil des Rokoko ausgemalt. Das Altarblatt (1680) zeigt die Gottesmutter Maria als Himmelskönigin. Darunter ist ein Bild, das das brennende Dorf Horgau und die letzte Schlacht des Dreißigjährigen Krieges am 17. Mai 1648 zeigt (durch das Tabernakel verdeckt). Der kaiserliche Oberbefehlshaber General Peter Melander, Reichsgraf von Holzapfel, wurde bei dieser Schlacht tödlich verwundet. Der linke Seitenaltar zeigt als Hauptfigur den hl. Florian, der rechte die hl. Anna, angeblich vom Jahre 1740. Im Scheitel des Chorbogens sind zwei üppige Wappenkartuschen zu Seiten einer Uhr angebracht mit den Allianzwappen der von Rehlingen. Sie beziehen sich auf die 1692 erfolgte Heirat des Bauherrn der Horgauer Kirche Markus A. von Rehlingen-Hainhofen mit Maria von Rehlingen-Horgau. Für die Stuckarbeiten der Kreuzwegstationen wird Johann Michael Dreyer, wohnhaft in Horgau, genannt. Zum Kirchenbesitz gehört auch eine Figur vom Anfang des 16. Jh. des hl. Martin zu Pferd, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt, die zum Kirchenfest gezeigt wird.

Die letzten Innenrenovierungen waren 1978 und 1995. Die Martins-Kirche in Horgau zählt zu den herausragenden Baudenkmälern in der Umgebung und steht im Zentrum des Ortes am Martinsplatz.

Hauptaltarbild
Hauptaltarbild
Deckenfresko in der Martins-Kirche
Deckenfresko in der Martins-Kirche

Chronik

 

Ende 
15. Jh.

Ein Kirchenbau (Chor) in Horgau ist nachgewiesen

1510

Die Pieta wurde geschaffen

1520

Das Kruzifix und die schmerzhafte Muttergottes wurden geschaffen

1620

Der Turm der Kirche wurde erhöht 

Um 1620 

Das Bildnis im Turmuntergeschoss mit Muttergottes und den hl. Johannes Ev. und Christophorus in Wolken, wurde geschaffen und wird Johann Rottenhammer zugeschrieben.

1650/60 

Das Langhaus der Kirche wurde neu errichtet

1680/1700

Verlängerung/Erhöhung des Langhauses

1700/1730

Ausführung der reichen Stuckarbeiten

1730-35 

Die Altäre wurden geschaffen. Allerdings stammt das Hochaltarblatt aus dem Jahre 1680

11.10.1735

Weihe der Altäre durch Weihbischof Johann Jakob von Mayr

1760-70 

Die Kreuzwegstationen, die Chorkartuschen und die reifen Rokokoformen mit Rocaillen, Blumen und Girlanden wurden vom ortsansässigen Stukkateur Johann Michael Dreyer, die Deckenfresken von Josef Christ aus Augsburg geschaffen

1850

Die Bronzefigur der Muttergottes, nordwestlich der Kirche, wurde von Ludwig Schwanthaler geschaffen

1888

Veränderung der Emporen

1929

Anbau des westlichen Vorzeichens

1936-39 

Innenrenovierung (neue Kreuzwegbilder und Stuck im Chorraum)

1963/64

Außenrenovierung der Kirche